Willkommen bei OZEANI.com, dem Service-Portal für die Sport- und Freizeitschifffahrt.
Wir gehen schon in diesem frühen Entwicklungsstadium ins Netz, damit sich interessierte Skipper mit Vorschlägen und Kritik einbringen können.
Kritik und Ideen bitte an: kontakt@ozeani.com
Ab heute ist die Suchfunktion freigegeben zur Nutzung.
Sie büffeln für die Prüfung? OZEANI hat eine kleine Hilfe, die Online Trainer (Beta Version).
Egal, vor welchem Computer man gerade ein wenig Zeit hat - zu Hause, bei Freunden oder im Büro: einfach den Flash-Trainer aufrufen und die Fragen für ein beliebiges Thema durchgehen ..
Viel Spaß und Erfolg!
240 Seiten stark ist die World Ocean Review, ein Zustandsbericht über die Weltmeere. Erarbeitet wurde er vom Kieler Exzellenzklaster Ozeane der Zukunft, redigiert von der Mare-Redaktion.
Ich berichtete kurz: Entsetzliches - hübsch verpackt
Weil nicht jeder Interessierte genug Zeit finden wird, das Werk durchzuarbeiten, stöbere ich in den nächsten Wochen durch die Kapitel und versuche - in loser Folge - einen eingedampften Bericht zum Bericht. Zitate werden dabei immer kusiv gesetzt.
Vorab ein paar ..
1 - Die Weltmeere, Motor des globalen Klimas
Die Ozeane bedecken circa 70 Prozent der Erdoberfläche. Sie spielen daher für das Klima auf der Erde und die globale Erwärmung eine große Rolle.
So setzt die WOR an, um dann gleich einen irritierenden Satz folgen zu lassen: Eine wichtige Aufgabe der Ozeane besteht darin, die Wärme aus den Tropen in höhere Breiten zu transportieren.
Tatsächlich? Wer hat die Aufgabe dann bitte gestellt? Ein lieber Gott? Und wenn ja, welcher? Oder doch nur Frau Angela Merkel, kanzlernde Physikerin, die auch schon mal begeistert verkündet, die globale Erwärmung auf 2° C begrenzen zu wollen ..
Solch Formulierungen sind problematisch, weil sie suggerieren, Klimaprozesse seien steuerbar - von wem auch immer.
Die Regierungschefs der G8 beim Klimagipfel 2009 in L'Aquila. Dort wurde beruhigender Weise beschlossen, die globale Erwärmung auf 2° C zu begrenzen .. Foto: Weißes Haus, Washington, USA
Die Trägheit des Klimas
Was ist eigentlich Klima? Der Unterschied zwischen Wetter und Klima lässt sich durch einen einzigen Satz verdeutlichen: Klima ist das, was man (langfristig) erwartet; Wetter ist das, was man (täglich) bekommt.
Auch bei wachsender Wetterstations-Dichte, immer ausgeklügelteren Simulations-Modellen und stetig steigender Rechenkapazität bleibt das Wetter doch nur für maximal 14 Tage halbwegs verlässlich vorhersagbar. Segler wissen, wie schnell ein Sturm aufziehen, sich die Windrichtung ändern kann, während die warme oder kalte Meeresströmung tief unter ihnen mit ein paar Metern pro Minute immer weiter ihrer Jahrhundertbahn folgt. Vereinfacht könnte man sagen: Wetter passiert in der Luft, Klima im Wasser. Wetter stolpert, Klima schleicht.
Natürlich reagieren Ozeane auf das, was über ihnen geschieht: das Wasser speichert Sonnenwärme und CO2.:
So haben die Ozeane bis heute etwa die Hälfte des vom Menschen seit dem Beginn der Industrialisierung ausgestoßenen und durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe entstandenen Kohlendioxids aufgenommen.
Na prima, Glück gehabt, denkt da der Laie, das Meer hält die Welt kühler. Der Fachmann mosert allerdings rum von der Versauerung der Ozeane, mit unabsehbaren Folgen für Pflanze und Tier. Außerdem dehnt erwärmendes Wasser sich aus: der Meeresspiegel steigt unerbittlich, da braucht nicht mal das Eis von Antarktis und Grönland zu schmelzen - was es aber doch tut, und zwar immer schneller:
Tatsächlich könnten einige dieser Auswirkungen irreversibel sein, wenn erst bestimmte Schwellenwerte überschritten sind. (...) So werden sich das völlige Abschmelzen der grönländischen Gletscher und ein damit verbundener globaler Meeresspiegelanstieg von 7 Metern ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aufhalten lassen. (...) Will man die CO2-Konzentration auf einem bestimmten Niveau halten, so muss man die Emissionen auf einen Bruchteil der derzeitigen Mengen reduzieren.
Seit Beginn der Industrialisierung hat sich der CO2 Anteil in der Atmosphäre von 280 parts per million (ppm) auf heute fast 390 ppm erhöht. Das gerade zu Ende gehende Jahrzehnt wurde dadurch das wärmste seit Menschengedenken.
Das wärmste Jahrzehnt der Menschheitsgeschichte: 2000-2010
(im Vergleich zum Zeitraum 1950 - 1980). Grafik von Victor Korniyenko
Eine schleichende Katastrophe
Die Trägheit des Klimas wird dazu führen, dass sich selbst lange nach der Stabilisierung der CO2-Konzentration das Klima weiter verändern wird. Klimamodelle zeigen, dass sich die oberflächennahe Lufttemperatur noch über mindestens ein Jahrhundert erhöht. Der Meeresspiegel wird sogar noch über mehrere Jahrhunderte weiter ansteigen, weil sich erstens das Meerwasser durch die langsame Erwärmung der Tiefsee nur allmählich ausdehnt und weil zweitens die kontinentalen Eisschilde in der Arktis und Antarktis vermutlich nur sehr langsam auf die Erwärmung der Atmosphäre reagieren, wodurch sich das Abschmelzen der Gletscher über einen langen Zeitraum von vielen Jahrtausenden hinziehen wird. Es wird daher sehr lange dauern, bis ein neuer Gleichgewichtszustand des Meeresspiegels erreicht wird.
Wird. Nicht könnte.
Manchmal reißt einen der Wecker aus süßesten Träumen. Sein Befehl heißt: beweg' dich! Dem Stabilitäts-Niveau "Bett" folgt vielleicht das Stabilitäts-Niveau "Schreibtisch", mit reichlich Unruhe dazwischen: aufrichten, von der Matratze klettern, duschen, anziehen, frühstücken, Wohnung verlassen usw., man kennt das.
Auf das System Erde übertragen, klingelt gerade der Wecker - 150 Jahre Jahre lang schon, seit der Mensch Kohle und Erdöl verbrennt, in immer größeren Mengen. Der Klimawecker schrillt folglich sogar immer lauter.
Und die Erde ist tatsächlich wach geworden und macht sich auf den Weg, unaufhaltsam, ins nächste, ferne Gleichgewicht - in ihrem gemächlichen Tempo: nach eineinhalb Jahrhunderten hat sie gerade mal ein Bein aus dem Bett bekommen ..
Genug für heute, weiter geht es demnächst mit dem WOR Kapitel (Seite 16):
Antrieb des Klimas – die großen Meeresströmungen
Bestellen oder downloaden: Der Bericht "World Ocean Review"